Wie Ockholm entstand

Ockholm gehörte früher zur in der Flut von 1362 untergegangenen Beltringharde. Nach der ersten großen Mandränke war es nur noch eine Hallig. Erstmals sicher erwähnt wurde Ockholm im Zinsbuch des Schleswiger Bischofs von 1462 als ein aus 16 Warften bestehender Ort der Nordergoesharde. Der Name bedeutet vermutlich Insel des Ocke. Archäologische Funde zeigen, dass neben etwas Landwirtschaft vor allem Salztorfabbau vom 11. bis zum 14. Jahrhundert betrieben wurde, bis die Verschlickung der ehemaligen Moore nach dem Wassereinbruch der Marcellusflut diesem Arbeitszweig ein Ende bereitete.

1515 wurde die Hallig mit einem Deich umgeben und dabei gleichzeitig landfest gemacht. Die angrenzenden Langenhorner Alter Koog und Sterdebüller Koog waren vermutlich schon vierzig Jahre früher fertiggestellt. Nach der Eindeichung wurde eine Kirche gebaut. Durch mehrere Sturmfluten war die vorspringenden Halbinsel immer in Gefahr, vor allem, weil sie kaum Vorland besaß. Wehlen am alten Außendeich zeugen von wiederholten Deichbrüchen. Streit mit den Nachbargemeinden wegen der Deichunterhaltung führte dazu, dass notwendige Reparaturen von den  Einwohnern nicht durchgeführt werden konnen.

 

Die Burchardiflut 1634 durchbrach die Deiche, der Ockholmer Koog wurde überschwemmt, die Kirche völlig zerstört und 400 Menschen verloren ihr Leben. Der westliche Seedeich wurde fast vollkommen zerstört. Da man die Ausbesserung der Mitteldeiche zum Schutz des Hinterlandes als vorrangig erachtete, wurde erst 1639 unter König Christian IV. von Dänemark begonnen, einen großen Teil des Kooges wieder einzudeichen. Dabei wurde die Deichlinie verkürzt und rückverlegt. Die Eindeichungsarbeiten wurden 1641 vollendet. Die 800 Demat durch die Sturmflut herrenlos gewordenes Land ging in den Besitz des Königs über, der damit auch die hohen Deichlasten übernahm. Später erhielt diese Ländereien der Kammerherr Burchard von Ahlefeld. 1647 wurde eine neue Kirche erbaut.

 

1735 wurde der Bau am Bongsieler Kanal zur Entwässerung von insgesamt zehn Kögen begonnen.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurden rings um den Ockholmer Koog weitere Köge eingedeicht: 1577 der Waygaarder Koog, 1652 der Blumenkoog, 1799 der Louise-Reußen-Koog, 1926 der Sönke-Nissen-Koog und 1959 der Hauke-Haien-Koog. Nach der Sturmflut 1962 erhielt Ockholm eine zweite Deichlinie, die den größtenteils unter dem Meeresspiegel liegenden Koog schützt. Das Gebiet zwischen den Deichen blieb als Feuchtgebiet erhalten.

Während des Dritten Reichs befand sich in Ockholm ein Reichsarbeitsdienstlager für Deicharbeiter.

In den 1950er Jahren erhielt Ockholm im Rahmen des "Programm Nord" Strom- und Wasseranschluss.

 

Hafen

1579 legten Flensburger Kaufleute einen Hafen in Ockholm an, nachdem ihnen verboten worden war, den Husumer Hafen zu benutzen. Der Hafen erlangte jedoch keine große Bedeutung, da die Flensburger bald doch wieder von Husum aus Handel treiben durften. Der Hafen ging in den folgenden Sturmfluten unter.

1766 berief sich der Flensburger Rat auf die alten Hafenprivilegien und richtete allen Husumer Protesten zum Trotz einen Hafen am Bongsiel ein, in dem Waren aus und nach Holland angelandet werden sollten. Allerdings erwiesen sich die schlechten Wege durch die vor allem im Winter schlecht entwässerten Köge als zu beschwerlich.

 

Kirche

Nachdem die Burchardiflut 1634 die 1555 gebauten "Heilig-Kreuz-Kirche", die vermutlich außerhalb des heutigen Seedeiches gelegen hat, zerstörte, wurde 1647 der Nachfolgebau als Saalkirche auf der Kirchwarft errichtet. Die Steine für die Kirche stammten von dem 1629 abgebrannten Frau Mettenhof bei Bordelum und wurden dem Ort vom König geschenkt. Kanzel und Taufstein stammen aus der 1634 untergegangenen Kirche von Evensbüll von Strand.

 

Politik

Seit der Kommunalwahl 1994 hat eine Wählergemeinschaft alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.

Wirtschaft

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde.

Die älteste Firma des Dorfes "Firma Christian Breckling" wird in der 5. Generation geleitet von Uwe Martin Nissen.


Literatur

Chronik Ockholm - Geschichte eines Nordfriesischen Dorfes, Gemeindevertretung Ockholm 1997